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Neues Thema erffnen   Neue Antwort erstellen Seite 1 von 1 [12 Beitrge] Das Thema als ungelesen markieren
Das Geschftsmodell steht ber allem (Ebay und die Plagiate)
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  DF1AS
ischwerdbekloppt
ischwerdbekloppt

Alter: 60

Beitrge: 485
Wohnort: JO52gg
BeitragVerfasst am: Donnerstag, 19.04.2007, 15:37 
Titel:  Das Geschftsmodell steht ber allem (Ebay und die Plagiate)
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Aus dem heute verffentlichten Karlsruher Urteil ber das Internethaus Ebay geht hervor, dass Ebay das Einstellen von Plagiaten verhindern muss. Interessant finde ich aber den Zusatz, dass dem Auktionshaus keine solchen Prfungspflichten auferlegt werden, die das gesamte Geschftsmodell in Frage stellen wrden.

Wo sind wir denn hier? Mal abgesehen davon, dass es dem Auktionshaus so wie so nicht mglich sein wird, etwas im Vorfeld zu verhindern. Wieso, bitte schn, kmmert sich ein Gericht um ein Geschftsmodell? Darf ich vielleicht jetzt sogar den Geschftsfhrer meiner Konkurrenzfirma umbringen, um mein eigenes Geschftsmodell zu retten? Wie weit geht die Rechtsbeugung denn noch?

Beim Call-in wird zuknftig sicher auch in dieser Richtung entschieden. Profit geht demnach vor Recht!



Quelle: http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,478248,00.html
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  Karl Ramseier
Schokokuss
Schokokuss


Geschlecht: Geschlecht:mnnlich
Beitrge: 370
BeitragVerfasst am: Donnerstag, 19.04.2007, 17:12 
Titel: Re: Das Geschftsmodell steht ber allem
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« DF1AS » hat Folgendes geschrieben:
Aus dem heute verffentlichten Karlsruher Urteil ber das Internethaus Ebay geht hervor, dass Ebay das Einstellen von Plagiaten verhindern muss. Interessant finde ich aber den Zusatz, dass dem Auktionshaus keine solchen Prfungspflichten auferlegt werden, die das gesamte Geschftsmodell in Frage stellen wrden.

......

Beim Call-in wird zuknftig sicher auch in dieser Richtung entschieden. Profit geht demnach vor Recht!



@DF1AS Mal die Kirche im Dorf lassen. Erst einmal msste das Zitat aus Siegel-Online heien:

Dem Internet-Auktionshaus drften allerdings keine unzumutbaren Prfungspflichten auferlegt werden, die das gesamte Geschftsmodell in Frage stellten.

Und dies ist eigentlich gngiger Rechtsusus. Ein Beispiel. In Deutschland ist die Abgabe von Zigaretten unter 16 Jahren verboten. Um den Jugendschutz zu gewhrleisten wurde deshalb fr Automaten die Geldkarte eingefhrt. Nun knnte man aber sagen, ein 14jhriger knnte ja die Geldkarte vom Papa ausleihen und so den Jugendschutz umgehen. Heit das jetzt, das die Automatenaufsteller ihrer Prfungspflicht nicht nachkommen. Sie knnte ja jeden Automaten mit einer Kamera ausstatten und berwachen lassen, da mit auch ja kein Jugendlicher an die Zigaretten kommt. Dies wre aber eine unzumutbare Prfungspflicht.

Soll Ebay jedes Aktionsangebot berprfen und bei jeden Angebot, wo auch nur der Hauch eines Verdachts besteht, einen unabhngigen Prfer hinschicken, um die Ware zu berprfen. Ich denke mal, dass wir uns einig sind, dass dies nicht mglich ist. Und nicht mehr als dies sagt dieser Satz aus.


Zumutbarkeit, Recht: Angemessenheit einer Anforderung an ein bestimmtes Verhalten. Ist ein Handeln oder Hinnehmen (Dulden) nicht zumutbar, kann strafrechtlich ein Entschuldigungsgrund gegeben sein und zivilrechtlich und arbeitsrechtlich eine Rechtsverpflichtung entfallen. aus Meyers Lexikon

Hat also definitiv nichts damit zu tun, dass Geschftsmodell vor geltenden Recht geht.

Gru K. Ramseier



mundus vult decipi


Nein, Karl Ramseier ist nicht tot. Doch wenn ich weiter Call-In sehen muss, wre dies sogar eine erstrebenswerte Alternative.
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  GlowingHeart
Grner geht nicht
Grner geht nicht



Beitrge: 7103
BeitragVerfasst am: Donnerstag, 19.04.2007, 17:43 
Titel:
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.... und ich dachte, Karl Ramseier seit tot oder war das sein Bruder?

Shit, hat mich das TV doch noch in die Irre fhren knnen, dabei ist der Karl Ramseier so rechtlich belesen. Wink
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  Karl Ramseier
Schokokuss
Schokokuss


Geschlecht: Geschlecht:mnnlich
Beitrge: 370
BeitragVerfasst am: Donnerstag, 19.04.2007, 18:43 
Titel:
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« GlowingHeart » hat Folgendes geschrieben:
.... und ich dachte, Karl Ramseier seit tot oder war das sein Bruder?



Nee, der Tote heit Karl Ranseier. Aber mach dir nichts draus GH, wir werden fter verwechselt, weil wir uns so hnlich sehen BLINK 3 .


Gru K. Ramseier



mundus vult decipi


Nein, Karl Ramseier ist nicht tot. Doch wenn ich weiter Call-In sehen muss, wre dies sogar eine erstrebenswerte Alternative.
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  DF1AS
ischwerdbekloppt
ischwerdbekloppt

Alter: 60

Beitrge: 485
Wohnort: JO52gg
BeitragVerfasst am: Donnerstag, 19.04.2007, 18:48 
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Das Wort "unzumutbar" sehe ich ja ein. Dieses Wort ist in unseren Gesetzen hufig anzutreffen. Die Verbindung zum "Geschftsmodell" des Beklagten kann ich hingegen berhaupt nicht nachvollziehen. Ein Geschftsmodell muss blicherweise die rechtlichen Randbedingungen und Auflagen bercksichtigen und nicht umgekehrt wie hier, dass eine rechtliche Auflage ein (fremdes) Geschftsmodell bercksichtigt. Hier sind fr mich Ursache und Wirkung verdreht.

Wo die Grenze fr den zu treibenden Aufwand (das Machbare) liegt, sollte unabhngig festgelegt werden. So bleibt auerdem noch die Frage nach der Grenze innerhalb des Geschftsmodells. Wer definiert die? Man knnte fr Ebay sogar ungnstig argumentieren, dass in Deutschland durch den berwachungsaufwand sogar Verluste eingefahren werden drften, da das Gesamtgeschftsmodell (Ebay agiert ja weltweit) das abfangen knnte.

Und zum Call-in zurck. Wenn hier das Geschftsmodell eines (wie ich persnlich ihn mal bezeichnen mchte) "Spielschtigenausbeuters" rechtliche Anerkennung findet, dann gute Nacht! Ich erwarte eigentlich von Gerichtsurteilen auch einmal, ein solches "unredliches" Geschftsmodell zum Kippen zu bringen.
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  Karl Ramseier
Schokokuss
Schokokuss


Geschlecht: Geschlecht:mnnlich
Beitrge: 370
BeitragVerfasst am: Donnerstag, 19.04.2007, 19:28 
Titel:
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« DF1AS » hat Folgendes geschrieben:
Das Wort "unzumutbar" sehe ich ja ein. Dieses Wort ist in unseren Gesetzen hufig anzutreffen. Die Verbindung zum "Geschftsmodell" des Beklagten kann ich hingegen berhaupt nicht nachvollziehen. Ein Geschftsmodell muss blicherweise die rechtlichen Randbedingungen und Auflagen bercksichtigen und nicht umgekehrt wie hier, dass eine rechtliche Auflage ein (fremdes) Geschftsmodell bercksichtigt. Hier sind fr mich Ursache und Wirkung verdreht.


Wrde ich so nicht sehen. Das Geschftsmodell ist privaten und kommerziellen Anbietern eine Auktionsplattform zu bieten. Dieses Geschftsmodell ist auch fr "persnlich geschtzte" 95% aller Auktionen im rechtlichen Rahmen. Eine 100% Kontrolle ist aber nach Meinung des Gerichts nur mglich, wenn man dieses Geschftmodell aufgeben wrde (also keine privaten oder kommerzielle Anbieter mehr zulassen wrde). Genauso gut knnte ich dich fragen, ob man das Geschftsmodell "ich baue dir ein Haus" verbieten msste, weil es unter den Bauunternehmern 5% schwarze Schafe gibt.


« DF1AS » hat Folgendes geschrieben:
Wo die Grenze fr den zu treibenden Aufwand (das Machbare) liegt, sollte unabhngig festgelegt werden. So bleibt auerdem noch die Frage nach der Grenze innerhalb des Geschftsmodells. Wer definiert die? Man knnte fr Ebay sogar ungnstig argumentieren, dass in Deutschland durch den berwachungsaufwand sogar Verluste eingefahren werden drften, da das Gesamtgeschftsmodell (Ebay agiert ja weltweit) das abfangen knnte.


Wird ja auch. Lies noch einmal den letzten Absatz des Artikel. Eine untergeordnete Gerichtsinstanz soll feststellen, ob die Prfungsmechanismen von Ebay ausreichend waren. Das Gerichtsverfahren war so weit ich das sehe auch nicht gegen die eBay Inc (Amerikanischer Mutterkonzern) sondern gegen die eBay GmbH
Deutschland. Man kann hier nicht einfach dem Gesamtumsatz bercksichtigen, wenn eine deutsche Firma vor Gericht steht. Und was ist mit dem Gleichheitsprinzip. Es gibt neben Ebay auch noch kleine meist spezialisierte Auktionsplattformen. Die mssten sofort schliessen, wenn ein solcher Prfungsaufwand, wie von dir erwogen, auf sie zukommen wrde.


« DF1AS » hat Folgendes geschrieben:
Und zum Call-in zurck. Wenn hier das Geschftsmodell eines (wie ich persnlich ihn mal bezeichnen mchte) "Spielschtigenausbeuters" rechtliche Anerkennung findet, dann gute Nacht! Ich erwarte eigentlich von Gerichtsurteilen auch einmal, ein solches "unredliches" Geschftsmodell zum Kippen zu bringen.


Es gab bereits Gerichturteile, wo unredliche Geschftsmodelle (Versicherungsbranche, Banken) zu Fall gebracht wurden. Bei Call-In gab es so weit ich wei bisher kein Gerichtsverfahren, bei dem es um das Geschftsmodell als solches ging. Ich hoffe allerdings auch, dass mal per Sammelklage oder durch Verbraucherschutzverbnde das Geschftsmodell (auch wenn mir diese Bezeichnung in diesem Zusammenhang schwer fllt) mal als solches vor Gericht auf den Prfstand gestellt wird.

Gru K. Ramseier



mundus vult decipi


Nein, Karl Ramseier ist nicht tot. Doch wenn ich weiter Call-In sehen muss, wre dies sogar eine erstrebenswerte Alternative.
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  DF1AS
ischwerdbekloppt
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Alter: 60

Beitrge: 485
Wohnort: JO52gg
BeitragVerfasst am: Donnerstag, 19.04.2007, 20:04 
Titel:
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« Karl Ramseier » hat Folgendes geschrieben:
...

« DF1AS » hat Folgendes geschrieben:
Wo die Grenze fr den zu treibenden Aufwand (das Machbare) liegt, sollte unabhngig festgelegt werden. So bleibt auerdem noch die Frage nach der Grenze innerhalb des Geschftsmodells. Wer definiert die? Man knnte fr Ebay sogar ungnstig argumentieren, dass in Deutschland durch den berwachungsaufwand sogar Verluste eingefahren werden drften, da das Gesamtgeschftsmodell (Ebay agiert ja weltweit) das abfangen knnte.


Wird ja auch. Lies noch einmal den letzten Absatz des Artikel. Eine untergeordnete Gerichtsinstanz soll feststellen, ob die Prfungsmechanismen von Ebay ausreichend waren.

...

Auch wenn. Und was heit "waren"? Solange keine festen Regeln fr die Bestimmung des zumutbaren berwachungsaufwands vorhanden waren, kann man hchstens fr die (sehr) nahe Zukunft welche aufstellen. Das wird sicher eine niemals endende Geschichte. Man wird sehen. Dennoch kndigt sich ja an, dass auch diese Instanz sich an die Randbedingung "Geschftsmodell" halten wird, bzw. nach dieser Vorgabe natrlich muss.

Ich bleibe aber dabei, dass der Begriff des Geschftsmodells der Beklagten nicht in das Urteil gehrt. Es ergibt sich fr mich irgendwie zumindest doch die mgliche bervorteilung von "unserisen" Geschftsmodellen, die solches Urteil dann als Przedenz ausnutzen.
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  Karl Ramseier
Schokokuss
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Geschlecht: Geschlecht:mnnlich
Beitrge: 370
BeitragVerfasst am: Donnerstag, 19.04.2007, 21:41 
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« DF1AS » hat Folgendes geschrieben:

........ Solange keine festen Regeln fr die Bestimmung des zumutbaren berwachungsaufwands vorhanden waren, kann man hchstens fr die (sehr) nahe Zukunft welche aufstellen. Das wird sicher eine niemals endende Geschichte. Man wird sehen. Dennoch kndigt sich ja an, dass auch diese Instanz sich an die Randbedingung "Geschftsmodell" halten wird, bzw. nach dieser Vorgabe natrlich muss.


Ohne das dies zwischen uns zu einer unendlichen Geschichte wird. Es werden keine Regeln festgelegt. Die Regeln gibt es bereits. Die stehen nmlich im Gesetzbuch. Natrlich nicht explizit fr jede Branchen/Geschftsmodell, sonst mssten die Bibliotheken noch zustzliche Flgel fr die Rechtsabteilungen anbauen. Da die Regeln/Richtlinien aber nicht so exakt festgelegt sind, gibt es Gerichte, die diese entsprechend auslegen. Wenn man als Klger/Beklagter mit dieser Auslegung nicht zufrieden ist, kann man eine hhere Instanz anrufen. Was ja scheinbar Ebay hier gemacht hat. Im ersten Absatz des Artikel steht sogar die Regel:
"...Das Internet-Auktionshaus msse, wenn es von einem Markeninhaber auf eine "klar erkennbare Rechtsverletzung" hingewiesen werde, nicht nur "das konkrete Angebot unverzglich sperren", sondern auch verhindern, dass es zu weiteren entsprechenden Markenverletzungen kommt......"
Ohne jetzt den ganzen Sachverhalt zu kennen, wollte wohl der Klger Rolex von eBay erreichen, dass berhaupt keine geflschten Rolexuhren eingestellt werden knnen. Das OLG war wohl der Meinung von Rolex, weshalb Ebay die nchste Instanz angerufen hat. Und Karlsruhe ging wohl dieses Urteil zu weit, da unzumutbarer Prfaufwand, weil dadurch das Geschftmodell in Frage gestellt ist. Das OLG wird jetzt prfen, ob die Regel in den speziellen Fall befolgt wurde.

« DF1AS » hat Folgendes geschrieben:
Ich bleibe aber dabei, dass der Begriff des Geschftsmodells der Beklagten nicht in das Urteil gehrt. Es ergibt sich fr mich irgendwie zumindest doch die mgliche bervorteilung von "unserisen" Geschftsmodellen, die solches Urteil dann als Przedenz ausnutzen.


Warum nicht. Ein Geschftmodell als solches ist ja nicht per se negativ/unseris.
Und auch mit dem Przedenzfall ist das so eine Sache. Wir haben hier nicht das anglikanische Rechtssystem. Es gibt gengend Urteile, die trotz Przedenzfall anders ausgefallen sind. Wobei ein Urteil in Karlsruhe schon sehr bindend ist (Ich meine in vergleichbaren Fllen. In diesen speziellen Fall ist das Urteil absolut bindend). Aber auch das BGH hat schon eigene Sprche aufgehoben.

Vor Gott und Gericht sind alle Menschen gleich


oder


Nichts ist so ungerecht wie das Recht


Gru K. Ramseier



mundus vult decipi


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  DF1AS
ischwerdbekloppt
ischwerdbekloppt

Alter: 60

Beitrge: 485
Wohnort: JO52gg
BeitragVerfasst am: Freitag, 20.04.2007, 12:18 
Titel:
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Das Beispiel mit den Zigarettenautomaten trifft die Lage brigens sehr gut. Statt sich darauf zu verlassen, dass die U16 an keine entsprechende Geldkarte kommen, gehrten diese Automaten m. E. einfach abgebaut. Fr mich ist das Geschftsmodell der Zigarettenindustrie nmlich auch alles andere als seris.

Und die Sache mit der Produktpiraterie hat auch noch so einen komischen Beigeschmack. Als Hard- und Softwareentwickler verstehe ich den Schutz von geistigem Eigentum zwar ganz gut. Aber bei diesen Plagiaten wird doch etwas anderes ganz deutlich: Es geht auch hier (z. B. im vorliegenden Ebay-Fall) um ein Geschftsmodell, dass aus minimalem Aufwand (oft nur wenige Mann-Tage Designerttigkeit) maximalen Profit erreichen will. Die Preisunterschiede reichen doch locker zu einem Faktor 10 oder darber. Man sollte sich also mal fragen, ob der hohe Preis fr ein Original tatschlich in dieser Hhe gerechtfertigt ist. Natrlich ist das Kopieren ein Gaunerakt. Aber sehr hufig sind nicht einmal Qualittsunterschiede feststellbar oder man bentigt sogar Sachverstndige, die erst den Nachbau erkennen. Und man wei sogar, dass Markenhersteller bereits die niedrigen Auslandslhne selbst ausnutzen. Also selbst mit Abstrichen bei den tatschlichen Herstellungskosten bleibt noch ein betrchtiger Unterschiedsbetrag fr den Urheber.

Also nicht, dass ich diese Piraterie befrworte. Dagegen sollte schon entsprechend vorgegangen werden, allerdings besser an der Quelle und nicht ber den mittelbaren Verteilerweg. Sehr hufig sind davon sogar unbedarfte Besitzer geflschter Waren betroffen, die dann ganz pltzlich zum Mittter werden. Nicht in allen Fllen wird organisiert vertrieben. Dennoch halte ich die Existenz der Plagiate mindestens doch fr sehr "interessant", da sie aufzeigen, welch berproportional monetrer Anteil hin und wieder fr eine Designidee in die Markenfirma fliet. Zumindest bei Uhren, Turnschuhen & Co. - den Transrapid lassen wir mal auen vor, den gibt's auch nicht bei Ebay ...



Den Quizlser als FREEWARE finden Sie unter

http://134.169.116.222/Realms/

Es gibt keine Garantie auf bereinstimmung mit den Regeln der TV-Anstalten!
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  Speculatius
CITV.NL Moderator

Alter: 68
Geschlecht: Geschlecht:mnnlich
Beitrge: 4845
Wohnort: Norddeutschland
BeitragVerfasst am: Freitag, 20.04.2007, 13:02 
Titel:
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Interessante Diskussion hier.

Ich denke, dass die Judikative hier versucht, sich langsam an die Problematik heranzutasten, was sicher nicht einfach ist. Einerseits soll ja der Produktpiraterie Einhalt geboten, andererseits ein gewolltes und erfolgreiches Modell wie e-bay nicht zerschlagen werden. Das dass in einem Spagat enden muss, ist klar.

Es geht nicht an, dass Ware, die vor e-bay auf Hinterhfen oder unter dem Ladentisch verhkert wurde, jetzt pltzlich dreist und offen angeboten werden kann. Es ist nur zu hoffen, dass die Vorinstanz wegen der Zumutbarkeit der Prfung eine kluge Entscheidung trifft.

Was die Plagiate selbst angeht: In manchen Fllen muss ich @DF1AS zustimmen: Hier wird einmal dem Endverbraucher vor Augen gefhrt, dass viele Artikel - gerade in der Schuh- und Textilbranche - malos berteuert sind. Ich z. B. habe Beziehungen zum Hauptvertreiber bestimmter "Designerschuhe", kann diese zum Selbstkostenpreis dort bekommen. Da gibt's ein Paar Schuhe, das im Geschft mit der unverbindlichen Preisempfehlung von ca. 250,- Euro ausgezeichnet ist fr schlappe 20,- Euro. Die gleiche Fabrik, die die Schuhe herstellt, bastelt auch die zusammen, die bei einem groen Discounter fr 20 - 30 Euro ab und zu auf dem Grabbeltisch liegen.

Bezglich der Uhren muss ich widersprechen: Ich habe schon mehrfach bei Bekannten Plagiate namhafter Uhrenmanufakturen auf den ersten Blick erkannt, sptestens bei nherem Hinsehen (oder bei Ansicht des Werkes, in gut gemachten Fllen) kann sogar der Laie hier Spreu vom Weizen trennen. Ein hoher Preis fr sogenannte "Edeluhren" ist, vor allem im Hinblick auf den Service sicher gerechtfertigt. Ob der allerdings so hoch sein muss wie er sich darstellt, kann ich auch nicht beurteilen.



Das Wort "Wrde" kennen manche Menschen nur noch als Konjunktiv II in dem Satz: "Fr Geld wrde ich alles machen."
Der Inhalt meiner Beitrge spiegelt meine persnliche Meinung sowie meine persnlichen Eindrcke und Wahrnehmungen wider. Wenn nicht ausdrcklich erwhnt, handelt es sich nicht um beweiskrftige Tatsachen.
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  DF1AS
ischwerdbekloppt
ischwerdbekloppt

Alter: 60

Beitrge: 485
Wohnort: JO52gg
BeitragVerfasst am: Freitag, 20.04.2007, 15:41 
Titel:
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Na klar, das ist von Artikel zu Artikel z. T. unter vllig anderen Gesichtspunkten zu sehen. Es mgen bei den Uhren-Plagiaten auch sicher vllig minderwertige Materialien eingesetzt sein - was aber vermutlich keine Auswirkung auf die Ganggenauigkeit haben wird. Kein mechanisches Uhrwerk wre technisch in der Lage, das billigste Ein-Dollar-Uhrenquarzwerk in der Genauigkeit zu bertreffen. Nur eine Mainflingen-Uhr wre besser. Es geht aber um Schmuck und um die Marke selbst. Und bei Schmuck begreife ich den Zusammenhang zwischen Preis und Leistung ohnehin nicht ganz ...

Ein weiteres rgernis sind fr mich dann aber auch noch die unverschmten Angaben der Markenhersteller-Liga zum vermeintlich entstandenen Verlust. Hier wird plumperweise die Anzahl verkaufter Plagiate mit dem Verkaufspreis der Originale multipliziert. Sehr beliebt ist dieses Verfahren bei raubkopierten DVD und Software allgemein. In der Realitt wrde aber nur ein sehr geringer Teil der Plagiatkufer berhaupt ein teures Markenprodukt kaufen, wenn es keine andere Mglichkeit gbe. Vielleicht kurbelt das Vorhandensein der Plagiate - rein werbetechnisch - sogar den Umsatz der Originale noch an und es entsteht faktisch ein geringer Zugewinn und berhaupt kein schmerzlicher Verlust in der Kasse der Urheber.

Soll man doch ruhig auch mal das Rolex-Geschftsmodell und die Auswirkungen dieser Verhandlung selbst mit in den erforderlichen Kontrollaufwand einbeziehen. Vielleicht kme ja dann noch ganz etwas anderes heraus.



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  E.R.PEL
CITV.NL Moderator

Alter: 38
Geschlecht: Geschlecht:mnnlich
Beitrge: 7272
BeitragVerfasst am: Samstag, 21.04.2007, 01:08 
Titel:
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« DF1AS » hat Folgendes geschrieben:
In der Realitt wrde aber nur ein sehr geringer Teil der Plagiatkufer berhaupt ein teures Markenprodukt kaufen, wenn es keine andere Mglichkeit gbe.

Der Name ist was zhlt... ...dabei ist es egal...ob nach 2 Stunden sportlicher Aktivitt das Adidas Plagiat den aufgenommen Schwei tatschlich an die Luft abgibt...oder man vom selben den Ausschlag seines Lebens davon nimmt...
Hauptsache mit dem Strom schwimmen... ...nach dem Motto: "Wer schn sein wirken will muss leiden!" ...
« DF1AS » hat Folgendes geschrieben:
Vielleicht kurbelt das Vorhandensein der Plagiate - rein werbetechnisch - sogar den Umsatz der Originale noch an und es entsteht faktisch ein geringer Zugewinn und berhaupt kein schmerzlicher Verlust in der Kasse der Urheber.

Auch mein Gedanke... ...wenn es dem Konzern wirklich schaden wrde...wre schon lngst mehr dagegen unternommen worden...
Jeder...der sich wirklich ans Bein gepisst fhlt wrde sich selbiges nicht gefallen lassen...
Stattdessen werden weiter finanzielle Hchstleistungen vollbracht, um das eigene Produkt zu bewerben...
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